Phillip Boa And The Voodooclub - Diamonds Fall
Foto: Rough Trade
Diese Kritik müsste zweimal geschrieben werden. Einmal für die, die ihn kennen und hassen/lieben, und einmal für die, die noch nie was von Boa und seinen Freunden gehört haben. Aber wenn der Voodooclub es nicht macht, machen zumindest wir es uns leicht. Näher war Phillip Boa noch nie am Pop dran, weiter weg war er auch noch nie. Für den sehnsuchtsvoll schmachtenden und filigranen Teil ist wohl der neue, der junge Wilde im Bunde verantwortlich: Klez.e-Mensch Tobias Siebert, der diesmal Produzent gespielt hat. Mit der Schlagzeugbesetzung dagegen erfüllte sich Phillip Boa einen Kindheitstraum: Can-Drummer Jaki Liebezeit, laut "NME" der beste in seinem Fach.
Also ist mit diesen dreien für Pop, Rhtyhmus und Kante gesorgt. Auffällig präsent sind die Chöre und Gitarren, die es einem oft nicht leicht machen, die einfachen Melodien dahinter zu erkennen. Wo sie doch aufblitzen, lauern die Hits: "Valerian" und "The Race Is Over" sind wohl die größten und an Arcade-Fire-ähnlicher Dringlichkeit nicht zu überbieten. Meistens ist es eher schwer, den "exzentrischen Forty-Something", den "Avantgarde-Rock-Kosmopolit", den "deutschen Vorzeige-Indie-Rocker" Phillip Boa zu mögen. Wenn es einfach wäre, wäre es ja auch nicht indie. Ach übrigens, würde das geübte Ohr aus der Ghost-Of-Tom Joad-Kritik diese CD hören, würde es nie drauf kommen, dass sie aus Deutschland kommt.
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(mia/AIR,13.02.2009 09:37)