Seehofer hatte verlangt, die Laufzeiten von Atomkraftwerken nur von deren Sicherheit abhängig zu machen. Die CSU werde nicht mit konkreten Jahreszahlen in die Verhandlungen der Berliner Koalition über eine Verlängerung der Laufzeiten gehen. Seehofer betonte zugleich: "Weil wir mit den regenerativen Energien noch nicht so weit sind, können wir auf die Kernkraft auch noch nicht verzichten."
Tillich beurteilte dagegen eine Verlängerung der Laufzeiten kritisch. Er sei "stattdessen stark dafür, dass wir den einzigen heimischen Energielieferanten, den wir haben, die Kohle, stärker nutzen."
Der FDP-Umweltexperte Michael Kauch stellte klar: "Unbegrenzte Laufzeiten von Kernkraftwerken sind mit dem Koalitionsvertrag nicht vereinbar." Darin sei festgehalten, "dass die Kernenergie eine Brückentechnologie ist, bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann." Zudem habe Schwarz-Gelb eine Laufzeitverlängerung vereinbart, keine Aufhebung der Laufzeitbegrenzung. Seehofer sollte sich nicht einseitig für die Interessen der Stromkonzerne einsetzen.
Harsche Kritik kam von der Opposition. Grünen-Chefin Claudia Roth warf Seehofer "Atomlobbyismus pur auf Kosten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen" vor. Seine Vorschläge für unbegrenzte Laufzeiten hätten "mit dem christlichen Erhalt der Schöpfung rein gar nichts mehr zu tun". Roth fügte hinzu: "Wir sehen eine CSU, die ihr Wertefundament zerstört, die Sicherheit der Bevölkerung aufs Spiel setzt und die Modernisierung der Energiebasis hin zu den Erneuerbaren Energien blockiert."
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte, Seehofer, aber auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) seien "zu feige, in Süddeutschland die geeigneten Standorte für Atommüllendlager untersuchen zu lassen, rufen aber am lautesten nach der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Das ist verantwortungslos." Gabriel betonte: "Die Gewinne im Süden, den Atommüll nach Norden - das ist das energiepolitische Konzept von CDU und CSU."
Unterdessen könnte der Gorleben-Untersuchungsausschuss nach Darstellung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Probleme stellen. Der Ausschuss will klären, ob Regierungsstellen bei der Planung eines Atommüll-Endlagers im Salzstock Gorleben Bedenken von Wissenschaftlern übergangen haben und Gutachten manipuliert wurden. Eine Reihe von Vermerken aus dem Bundesumweltministerium im Jahre 1996, als Merkel Umweltministerin war, lieferten für Ungereimtheiten neue Indizien, berichtete das Magazin vorab.
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Jetzt erklär mir mal du Experte warum Solarenergie im Sommer Unsummen kosten soll?! Da Atommüll langfristig die Umwelt verstrahlt ist sie zum sterben verdammt! Politik wird übrigens nicht in Berlin ge...
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