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Handy: Erst knipsen, dann essen

Foto: Linguatec
Irgendwo im portugiesischen Hinterland, 100 Kilometer von allem entfernt, was auf irgendeine Weise touristisch erschlossen ist. Dann eine Speisekarte, auf der man außer Bon apetite! nichts versteht. Früher musste der Reisende nach dem Wörterbuch kramen, jetzt zückt er die Kamera, knipst die Karte und bekommt prompt die Übersetzung. So stellt sich das der Hersteller Linguatec vor, der den Handy-Übersetzer Shoot & Translate entwickelt hat.


Unbekannte Texte abfotografieren...

Das Prinzip ist simpel: Der verwirrte User fotografiert das Schild, die Speisekarte oder auch die Titelseite einer ausländischen Zeitung und schickt es per Knopfdruck an den Linguatec-Server. Der erkennt den Text auf dem Bild per OCR-Software und übersetzt ihn dann. Der User muss nur darauf achten, dass die Schrift gut zu erkennen ist. Dazu benötigt die Handykamera eine Auflösung von mindestens zwei Megapixel.


... und an den Linguatec Server schicken

Außerdem sollte er das Handy ruhig halten, um Verwacklungen zu vermeiden. Auch Spiegelungen, etwa von der Beleuchtung des Straßenschilds, sollte er umgehen, indem er sich direkt vor das Schild stellt. Dann dürfte der Übersetzung in eine von sieben Sprachen eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Wichtig ist nur, dass das Handy über einen Internetanschluss verfügt, denn die Daten liegen ja auf dem Server des Herstellers.


Das ist auch schon der größte Haken an der Geschichte: Durch die Übermittlung des Fotos an Linguatec können sich schnell große Datenmengen ansammeln. Deswegen empfiehlt der Hersteller, beim Provider eine Datenflatrate zu buchen, um den Schock bei der Telefonrechnung zu vermeiden. Problematisch wird es dabei vor allem im Ausland, weil zusätzlich auch noch Roaming-Kosten anfallen.


Rund 50 Euro für je ein Sprachpaar

Und fürs Ausland ist die Java-Software schließlich gemacht, wer braucht schon in Deutschland eine Übersetzungshilfe? Linguatec stellt sieben Sprachpaare für je 49 Euro zur Verfügung: Deutsch mit je Englisch oder Französisch sowie Englisch mit je Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder sogar Chinesisch. Dabei soll die OCR-Software sogar Rechtschreibfehler zum Beispiel auf der Speisekarte erkennen und so aus einem "raost beefe snadwitch" schnell ein Roastbeefsandwich machen.


Nachdem die wenigsten die Aussprache der fremden Sprache beherrschen werden, liefert Linguatec auf der einen Gigabyte großen MicroSD-Karte auch gleich noch eine Vorlese-Funktion mit. Die perfekte Souffleuse, nennt Linguatec das.


Unterstützt werden die gängigen Nokia- und Sony-Ericsson-Modelle, Handys anderer Hersteller sucht man leider vergebens. Aber bei den Systemvoraussetzungen - 2-Megapixel-Kamera, Java, Internetanschluss - dürfte sich die Liste schnell erweitern.


Fazit: Kein Schnäppchen, aber hilfreich

Shoot & Translate ist kein Schnäppchen. Weder die fast 50 Euro für die Software noch die ständigen Kosten für die Datenübertragung, wenn der User keine Flatrate hat, laden zum Kauf ein. Aber im Gegensatz zu anderen mobilen Übersetzern hat die Software zwei Vorteile. Erstens muss der User das Wort oder gar mehrere Sätze nicht erst umständlich abtippen. Zweitens eliminiert der OCR-Server lästige Rechtschreibfehler, dank derer manch einfacherer Software das Wort womöglich gar nicht erst in der Datenbank finden würde.



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Das Thema in Bildern:

(jmk/AIR,23.05.2008 07:44)

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