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Steve Jobs - die Geschichte vom iGott

Foto: [M] AIR/Apple
Steven "Steve" Jobs - schon lange gilt der Apple-Chef als legendär erfolgreicher CEO. Seit Neuestem darf er sich den Titel "Bester Manager der Welt" anheften. Wissenschaftler der renommierten Business School Insead bei Paris haben in einer Studie unter Konzernchefs erstmals untersucht, wer über die Dauer seiner Amtszeit Spitzenleistungen gebracht hat. Jobs hat seit Amtsantritt 1997 den Börsenwert von Apple um 150 Milliarden Dollar und die Aktienrendite um mehr als 3.000 Prozent gesteigert.


Jugend und Aufstieg

Der Werdegang von Steve Jobs ist schnell erzählt. Der Sohn eines syrischen Politikwissenschaftlers der Amerikanerin Joanne Carole Schieble wurde in San Francisco geboren. Da die beiden 23-jährigen Studenten nicht für den Unterhalt des Kindes sorgen konnten, wurde er nach der Geburt von Paul und Clara Jobs adoptiert. Davon und von der Existenz einer leiblichen Schwester erfuhr Jobs erst 30 Jahre später. Nach dem Highschool-Abschluss 1972 lernte er bei einem Treffen des Homebrew Computer Clubs über den gemeinsamen Freund Bill Fernandez Steve Wozniak kennen.


Erster Erfolg und Gründung von Apple

Zusammen mit dem legendären Hacker John Draper (bekannt als Captain Crunch) machte Jobs mit dem so genannten Blue Boxing Geld. Draper hatte erkannt, dass mit einer modifizierten Spielzeugpfeife, die sich in jeder Packung von Capt'n Crunch Cornflakes befand, den 2.600-Hertz-Ton erzeugen konnte, der beim Telefonanbieter AT&T von den Vermittlungsstellen verwendet wurde, um die Abrechnung der Gesprächsgebühren zu steuern. Jobs Freund Wozniak baute daraufhin eine Blue Box, die diesen Ton erzeugen konnte. Er und Jobs begannen 1974, diese Kästen zu verkaufen, die es dem Besitzer erlaubten, kostenlose Ferngespräche zu führen.


Mit dem Geld gründeten Jobs und Wozniak zusammen mit Ronald Wayne die Apple Computer Company in Jobs' Garage in Palo Alto, Kalifornien. Wayne ist der dritte, fast vergessene Gründer von Apple - von ihm stammt auch das erste Logo. Wayne erhielt einen Anteil an Apple von 10 Prozent, verlor aber schnell das Vertrauen in die Firma und verkaufte seine Anteile für 800 Dollar nur wenige Monate nach der Firmengründung. 1982 wären Waynes Anteile an Apple bereits 1,5 Milliarden US-Dollar wert gewesen, heute noch einmal das Zehnfache. Eigenen Angaben zufolge bereut er den Verkauf jedoch nicht, er habe "die zu dieser Zeit bestmögliche Entscheidung getroffen".


Der erste Heimcomputer, der Apple I, kostete 666,66 Dollar und war der erste sogenannte Low-Cost-Rechner. Ihm folgten der Apple II und III. Im Dezember 1980 wurde Apple eine Kapitalgesellschaft, 1983 warb Jobs Pepsi-Manager John Sculley für den Posten als Geschäftsführer an. Im selben Jahr brachte Apple das Model Lisa (10.000 Dollar Kaufpreis) auf den Markt. Das Gerät floppte aufgrund des Preises - nach damaliger Kaufkraft wären das rund 30.000 Euro. Erst der Nachfolger, der Macintosh brachte den endgültigen Durchbruch. Um sie zumindest von der Steuer abschreiben zu können, wurden einer Legende nach 2.700 unverkäufliche Apple Lisa 1989 auf einer Müllhalde im US-Bundesstaat Utah einfach vergraben.


Weggang von Apple

Nach einem internen Streit verließ Jobs 1985 den Konzern und gründete seine eigene Computerfirma NeXT Computer. Die Geräte waren dem Markt immer voraus, wurden jedoch nie richtig populär, außer in der wissenschaftlichen Forschung. So wurden Großteile des World Wide Web am Schweizer CERN-Institut auf einer NeXT-Workstation entwickelt. 1996 kaufte Apple NeXT für 402 Millionen US-Dollar. Jobs war zurück bei Apple, wo er seit August 1997 Mitglied des Vorstandes ist. Mit dem Kauf von NeXT wurde dessen Technik in die Apple-Produkte integriert; hauptsächlich handelte es sich dabei um NeXTStep, das schrittweise aktualisiert und schließlich unter dem Namen Mac OS X zum neuen Betriebssystem der Macintosh-Rechner wurde.


Der 1-Dollar-Jobber

Eine der Legenden um Steve Jobs dreht sich um sein Gehalt. Unter Jobs' Führung wurde 1998 der iMac eingeführt, der half, den angeschlagenen Konzern zurück in die Gewinnzone zu führen. Mit den tragbaren Musik-Abspielgeräten iPod, der Jukebox-Software iTunes, dem iTunes Store (bis 2006 iTunes Music Store) und dem iPhone schuf die Firma einen neuen Markt für "Digital Lifestyle"-Produkte - allesamt sind Bestseller in der Branche und haben Kultstatus. Jobs selbst arbeitete bei Apple über mehrere Jahre hinweg trotzdem für ein Jahresgehalt von einem Dollar und wurde damit in das Guinness-Buch der Rekorde als schlechtest bezahlter Geschäftsführer aufgenommen. Bis heute soll Jobs nur diesen einen Dollar pro Jahr erhalten, wobei er allerdings exklusive Geschenke von der Geschäftsleitung erhält; einen 35-Millionen-Dollar-Jet im Jahr 1999 zum Beispiel, den er in der ungenutzten Zeit an Apple vermietet, sowie fast 30 Millionen Apple-Aktien. Geld hat Jobs genug gemacht, wie auch die folgende Geschichte über Pixar beweist.


Die Pixar-Story

1986 gründet Jobs mit Edwin Catmull die Pixar Inc., ein Computerzeichentrickfilm-Studio - ursprünglich ein Teil der Lucasfilm-Grafikabteilung, die Jobs George Lucas aber für zehn Millionen Dollar abkaufte. Mit Toy Story gelang dem Unternehmen 1995 ein erster Erfolg, weitere wie "Findet Nemo", "Die Unglaublichen" und "Ratatouille" folgten und bescherten Pixar einige Oscars (Beste animierte Spielfilme). Walt Disney übernahm Pixar Inc. 2006 für rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Als Teil des Geschäfts wurde Pixar-CEO Steve Jobs in den Aufsichtsrat von Disney aufgenommen. Durch seinen Pixar-Anteil von etwa 50,1 Prozent ist Jobs mit rund 6 Prozent größter Einzelaktionär bei Walt Disney.


Jobs Krankenakte

Neben den kommerziellen Erfolgen musste Jobs leider gesundheitlich ordentlich einstecken. 2004 wurde Bauchspeicheldrüsenkrebs erkannt und von Jobs besiegt. Angeblich. Neun Monate lang verheimlichte er seine Krankheit vor den Aktionären. Der TV-Sender Bloomberg veröffentlichte peinlicherweise nach einem angeblichen Herzinfarkt bereits einen Nachruf. Anfang Januar 2009 äußerte sich Jobs in einem offenen Brief über seinen Gesundheitszustand: Eine Hormonerkrankung hätte zu einem deutlichen Gewichtsverlust geführt. Auch von einer Lebertransplantation war die Rede. Zuletzt kehrte er im September 2009 auf die Bühne zurück und meinte salopp frei nach Mark Twain: "Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben."


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Das Thema in Bildern:

(kram/AIR,28.05.2010 07:44)

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